Spülbohrtechnik (HDD)

Im Gegensatz zur herkömmlichen Rohrverlegung werden beim Horizontalspülbohrverfahren die Rohre grabenlos mittels eines umweltschonenden hydromechanischen Bohrverfahrens verlegt. Dadurch werden durch den Baustellenbetrieb verursachte Eingriffe in die Natur und die Belästigung von Anrainerinnen und Anrainern minimiert.
Zuerst wird ein Pilotbohrloch mittels gesteuertem Vortrieb (permanente Ortung des Bohrkopfes) hergestellt. Danach wird dieses Bohrloch im Rückwärtsgang je nach erforderlicher Dimension aufgeweitet und ein Rohr/Kabel in den so hergestellten Bohrkanal eingezogen.

Gebohrt wird immer unter Verwendung von Bohrspülung, die grundsätzlich aus einem Wasser-Bentonit-Gemisch besteht. Je nach Untergrundbeschaffenheit werden spezielle Zusätze beigegeben. Beim Bentonit handelt es sich um ein plättchenförmiges Tonmineral aus natürlichen Vorkommen, welches sehr quellfähig ist und somit ein großes Wasserbindevermögen besitzt.

Vorteile der grabungsfreien Rohrverlegung

  • Zeitersparnis durch hohe Tages-Bohrleistung
  • Kostenersparnis, da geringe Aufbruch- und Wiederherstellungskosten, Baukosten beinahe unabhängig der Verlegungstiefe
  • geringe Oberflächenbeeinträchtigung
  • geringe Oberflächennutzung in der Bauphase
  • umweltschonende Bauweise (weniger Lärm- und Staubbelastung, weniger Baustellentransporte)
  • geringe Beeinträchtigung des Verkehrs
  • keine Setzungen und Folgeschäden
  • Wasserhaltung nur im Start- und Zielgrubenbereich notwendig
  • Parallelverlegung neben bestehenden Leitungen möglich
  • geringer Ressourcenverbrauch (Sand, Schotter, Deponie ...)

Anwendungsgebiete der grabungsfreien Rohrverlegung
Zielgenaue Verlegung von
  • Gasleitungen, Wasserleitungen
  • Abwasserdruckleitungen, Kanalleitungen
  • Stromleitungen, Lichtwellenleitern

Einsatz in allen Boden- und Gesteinsformationen
  • Einsatzbereiche in den Bodenklassen 1-7

Ideale Lösung für die grabungsfreie Rohrverlegung unter
  • Verkehrswegen wie Straßen, Wege, befestigte Großflächen wie Parkplätze insbesondere an verkehrsmäßig exponierten Stellen (Kreuzungen, Kreisverkehr)
  • Schienenstränge für Straßen- und Eisenbahnen
  • Gewässer (Düker) bei Flüssen, Bächen und Teichen
  • Sport- und Freizeitanlagen
  • Schützenswerten Oberflächen wie Garten- und Parkanlagen, Biotope
  • Bauwerken zur unterirdischen Versorgung
  • Steilhangbohrungen

Verlegelängen
In Abhängigkeit der Bodenbeschaffenheit und des Rohrdurchmessers bis zu 300 m

Rohrdimensionen
Bis DA 600 mm

Rohrmaterialien
  • PE-Rohre
  • Stahlrohre, Gussrohre
  • Sonderrohre mit zugfester Verbindung

Bohrradius
  • bei Standardbohrungen bis zu >= 50 m
  • bei Felsbohrungen >= 80 m



Auf der Website veröffentlicht am 17.11.2015 – Zuletzt publiziert am 25.05.2016 12:18:35
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